Rechnungsverkauf

Payment Lexikon

Rechnungsverkauf


Bei einem Rechnungsverkauf tritt ein Gläubiger seine Forderung gegen einen Anteil der ursprünglichen Rechnungssumme an ein Factoring-Unternehmen ab. Somit erhöht bzw. behält der Gläubiger seine allgemeine Liquidität bei.

Wie ist der Ablauf beim Rechnungsverkauf?

Der Rechnungsverkauf ist auch unter dem Begriff Factoring bekannt. Hierbei wird von einem Unternehmen (Einzelunternehmer, Firma etc.) eine veritäre, also eine mit Geld auszugleichende Rechnung für eine tatsächlich erbrachte Dienstleistung oder Ware, an ein spezialisiertes Unternehmen verkauft. Die Kaufsumme ist in einem Rahmenvertrag zwischen diesen beiden Unternehmen geregelt. In der Regel liegt diese bei rund 80 Prozent ausgehend von der ursprünglichen Forderung des Gläubigers. Der restliche Anteil wird ausbezahlt, sobald das Factoring-Unternehmen den Gesamtbetrag vom Schuldner erhalten hat. Für ein erfolgreiches Zustandekommen eines solchen Rechnungsverkaufs wird vom Factor die Bonität des abtretenden Unternehmens geprüft. Eine Auszahlung kann daraufhin schon innerhalb von 24 bis 48 Stunden erfolgen.

Da es mittlerweile viele verschiede Unternehmen gibt, die das sogenannte Factoring übernehmen, gibt es dementsprechend auch verschiedenste Abläufe bei einem Rechnungsverkauf. Manche Factors übernehmen die komplette Abwicklung von Rechnungsversand, Mahnungswesen, Beitreibung und Risikoübernahme bei Zahlungsausfall durch den Schuldner. Andere hingegen begleichen zwar auch bis zu einem recht hohen Anteil der Rechnungssumme, bieten jedoch kein Delkredere – also keine Risikoübernahme bei Zahlungsausfall.

Welchen Vorteil bietet der Rechnungsverkauf?

Der grundsätzliche Vorteil beim Rechnungsverkauf besteht in der sofortigen Verbesserung der Liquidität eines Unternehmens. Weitere Vorteile können sein, dass die mit der Verfolgung der eingehenden Zahlung in Verbindung stehenden Aufgaben mit den Ergebnissen eines wesentlichen geringeren Aufwands und geringerer Kosten an einen Factor – an ein spezialisiertes Unternehmen abgegeben werden. Noch dazu werden Vorgaben nach der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) eingehalten und der Kundenservice ist in der Regel stark personalisiert.